Unsere Forderungen, unsere Ziele:
Was hat die Stadt aufgegriffen?

Die Beschlüsse des Stadtrats vom 21. November 2021
im Vergleich zu unseren Forderungen aus dem Bürgerbegehren

Welche Forderungen finden sich im Stadtratsbeschluss wieder?

Im Juni 2021 haben wir die 13.352 Unterschriften für unser Bürgerbegehren zum Klimaentscheid an die Stadtspitze übergeben. Im September lehnte die Stadt das Bürgerbegehren aus formalen Gründen ab. In der Folge haben wir viele intensive Gespräche mit den Fraktionen der Mainzer Ampelkoalition zu unseren Forderungen aus dem Klimaentscheid geführt.
Im November hat die Koalition aus Grünen, SPD und FDP den Stadtratsbeschluss „Konsequenten Klimaschutz weiter vorantreiben“ vorgelegt, der viele der Forderungen von MainzZero aufgreift.

Nachfolgend stellen wir im Detail gegenüber, welche Forderungen aufgenommen wurden und was wir bereits erreicht haben.

Abstimmungsfrage Klimaentscheid

Soll die Stadt Mainz bis Ende 2021 einen konkreten Klima-Aktionsplan erstellen und veröffentlichen,

  • in dem alle von der Stadt beeinflussbaren Faktoren genutzt werden, um Mainz bis 2030 klimaneutral zu machen,
  • der ab spätestens 2022 jährliche CO2-Reduzierungen um mindestens 10 Prozent vorsieht (jeweils bezogen auf 2020),
  • der die im Folgenden dargestellten Ziele berücksichtigt und
  • der die Stadt Mainz zu einem jährlichen öffentlichen Bericht zum Stand der bisherigen Umsetzung entsprechender Maßnahmen und über die bislang erreichte CO2-Reduzierung verpflichtet ?

1. Klimaschutz muss sozial sein

Alle im Folgenden genannten Ziele sollen sozialverträglich ausgestaltet werden.
Wie wichtig dieser Punkt ist zeigen die nachfolgenden Grafiken des Verkehrsclub Deutschland (VCD) aus der Zeitschrift „fairkehr“ 01/2022 des VCD: Download der PDF zu „Mobilität: Unsozial und ungerecht“

2. Grünachsen in jedem Stadtteil

Die Stadt Mainz schafft Anreize, um den Fuß- und Radverkehr attraktiver zu gestalten. Dazu werden in allen Stadtteilen bis Ende 2023 einzelne Straßen bzw. Straßenzüge, die den Stadtteil durchziehen, in autofreie, beleuchtete Achsen (Grünachsen) umgewandelt.

Diese dienen ausschließlich dem Fuß- und Radverkehr und werden dafür ggf. baulich verändert. Sie sollen mittelfristig zu artenreichen Grünachsen entwickelt werden, um die Lebensqualität und das Stadtklima zu verbessern.

3. Ausbau der Grünflächen im Siedlungsbereich

Grünflächen im Siedlungsbereich und insbesondere im Innenstadtbereich werden bis 2030 im Einklang mit der Biodiversitätsstrategie der Stadt Mainz jährlich um 10% erweitert (auf der Basis von 2020). Dies geschieht durch den Ausbau bestehender und das Errichten neuer, artenreicher Grünflächen. Dabei ist die Entsiegelung von Flächen, bei denen die Versiegelung nicht nutzungstechnisch erforderlich ist, ein wichtiger Teil der Maßnahmen.

4. Ausbau des Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV)

Die Stadt Mainz veranlasst einen Ausbau der ÖPNV-Kapazitäten. Die Anteile des ÖPNV sowie des Fuß- und Radverkehrs an den in Mainz zurückgelegten Wegen muss durch geeignete Maßnahmen bis 2030 von 60% auf mindestens 80% gesteigert werden.
Hinweis: Im März 2022 hat MainzZero ein eigenes Verkehrskonzept „Verkehrswende jetzt!“ mit vielen konkreten Forderungen vorgelegt.

5. Attraktiver und sicherer Fuß- und Radverkehr

Die Stadt Mainz schafft parkplatzfreie Gehwege, zusammenhängende Radwege, Radabstellanlagen und artenreiche Grünflächen. Dafür werden in dem dafür erforderlichen Umfang Kfz-Fahrspuren umgewandelt und die Zahl der öffentlichen Kfz-Parkplätze von 2022 bis 2024 um jährlich 15% reduziert (jeweils bezogen auf das Vorjahr). Die Stadt errichtet lückenlose Radschnellwege bevorzugt an oder parallel zu den Hauptverkehrsstraßen.

6. Erweiterung der Parkraumbewirtschaftung

Die Stadt Mainz erweitert stufenweise die Parkraumbewirtschaftung in neuen Gebieten und Stadtteilen und bezieht ab 2022 jedes Jahr mindestens 2.000 zusätzliche Parkplätze in die Parkraumbewirtschaftung mit ein.
Artikel zum Thema „Verkehrswende für Mainz“ lesen

7. Energetisch-optimierte Sanierung des Gebäudebestandes

Die Stadt führt ab 2022 jährlich bei mindestens 10% der kommunalen Liegenschaften eine energetisch-optimierte Sanierung durch, gemäß den allgemeinen bauphysikalischen Standards der “Baustandards für Gebäude, Teil 1.1 Hochbau” (Kap. 1.1.1.2., S. 11) der Stadt Mainz. Alle geeigneten Dach- und Fassadenflächen erhalten Solaranlagen oder werden begrünt.
Die Stadt Mainz weist ab 2022 jährlich mindestens vier Quartiere aus,

  • für die im gleichen Jahr „Sanierungsmanager“ (gemäß KFW 432) eingestellt und
  • förderungsfähige Sanierungsfahrpläne inklusive Solarstrategie und Begrünungskonzept erstellt und innerhalb von maximal 5 Jahren umgesetzt werden.

Dabei hat die Bestandssanierung Vorrang vor Neubauten. Bis 2030 muss flächendeckend die gesamte Stadt aufgenommen worden sein.

8. Ökologische und nachhaltige Stadtplanung

Alle Entwicklungs- und Planungskonzepte der Stadt stehen ab sofort unter dem Fokus Klimaschutz und Erhalt der Biodiversität.

Bei allen Maßnahmen kommen primär ökologische Materialien und Konzepte, z.B. Cradle-to-Cradle (Kreislaufwirtschaft), zur Anwendung. Im Rahmen ihrer Handlungsoptionen (z.B. über Satzungen) setzt sich die Stadt Mainz bei Neubauten, neuen Quartieren und Sanierungen für ökologisch-nachhaltige und energieeffiziente Gebäude ein.

Vergabeverfahren und Veräußerungsverträge städtischer Grundstücke enthalten ab 2022 verbindliche Vorgaben für eine ökologische und CO2-neutrale Nutzung.

9. Grüner Strom und grüne Wärme für Mainz

Alle kommunalen Gebäude werden sofort auf 100% Strom aus erneuerbaren Energien umgestellt. Die Stadt setzt sich im Rahmen ihrer Handlungsoptionen dafür ein, dass

  • die Mainzer Stadtwerke ihr gesamtes Energieangebot – Strom und Wärme – bis 2030 CO2-neutral und aus erneuerbaren Energien gestalten und
  • die Mainzer Stadtwerke ihre Strombeschaffung unabhängig von Kohle- oder Atomkonzernen gestaltet.

10. Bildungsoffensive zu Klima- und Umweltschutz

Ab 2022 nehmen alle Beschäftigten der Stadt Mainz und ihrer kommunalen Beteiligungen an einer berufsbezogenen Fortbildung an zwei Tagen/Jahr zum Thema Klima- und Artenschutz teil. Die Stadt initiiert eine nachhaltige Informationsoffensive für alle Bürger*innen sowie eine Bildungsoffensive in Schulen und Kindergärten zu Klima- und Umweltschutz.

11. Mehr vegetarische und vegane Angebote in städtischen Mensen und Kantinen

Die Stadt Mainz stellt bis 2023 ihr Angebot in Kantinen & Schulmensen auf mindestens 50% vegetarische und vegane Gerichte um. Bei tierischen Produkten ist auf artgerechte Tierhaltung zu achten.

Prof. Quaschning
unterstützt den
Klimaentscheid Mainz